Shibori Info

Shibori:  ist ein japanisches Wort  und bedeutet soviel wie „pressen, wringen, drücken“. Es erklärt schon das Prinzip der teilweise sehr unterschiedlichen Arbeitsmethoden: der Stoff wird in viele kleine oder größere Falten gelegt, die man auf verschiedene Arten fixiert, z.B. durch

Nähen: die Muster entstehen dadurch, dass man die Form mit kleinen Stichen näht (ori-nui), den Faden zusammenzieht und danach den Stoff färbt. Charakteristisch für diese Technik und ein Zeichen für echte Handarbeit sind die kleinen Einstichlöcher, die sichtbar bleiben.

Abbinden: Stoffpartien werden mit Garn umwickelt und dann gefärbt, dabei können auch kleine Gegenstände wie Hülsenfrüchte, Perlen o. ä. mit eingebunden werden (mame-ire). Der Stoff ist nach dem Färben plastisch verformt. Bügelt man ihn aus, erhält man spinnennetzartige Muster mit feinen Farbschattierungen.

Falten: Der Stoff wird auf unterschiedlichste Arten gefaltet, mit Folie oder Hölzchen (itajime) fixiert und gefärbt. Die Muster sind grafischer und etwas strenger.

Beim Färben nehmen die Faltentiefen keine oder sehr wenig Farbe an und es entstehen die charakteristischen Muster mit weichen Abgrenzungen und sanften Farbübergängen.

Bevorzugtes Material in Japan ist Baumwolle, die mit Indigo gefärbt wird, vor allem für die Verarbeitung zu Yukatas. Die Muster sind ziemlich klar abgegrenzt. Für Kimonos werden Shibori-Arbeiten auch mit Stickereien oder Seidenmalerei kombiniert.

Ich arbeite hauptsächlich mit Seide, da sich damit besonders schöne Strukturen ergeben und die Farb- und Musterübergänge weicher verlaufen.

Da sich das Ergebnis nie ganz genau planen lässt, ist jedes Stück wirklich ein Unikat.

Die ersten Shibori-Techniken kamen vermutlich aus China nach Japan, doch sind ähnliche Färbemethoden auf der ganzen Welt verbreitet, vor allem in Afrika und im indonesischen Raum. Shibori-Stoffe stellte man in Japan ursprünglich im ganzen Land her, meistens für den Eigenbedarf, doch mit der Zeit entstanden die drei wichtigen Zentren Kyoto (vor allem für Seide), Narumi und Arimatsu, in denen man zeitweise bis zu 400 verschiedene Muster kannte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verloren die Werkstätten durch die Einführung moderner Färbe- und Drucktechniken und die zunehmende Beliebtheit westlicher Kleidung ihre Bedeutung für die Bekleidung.
In letzter Zeit haben auch einige Designer Shibori wieder entdeckt, vor allem wegen der schönen Strukturen, die man mit modernen Materialien auch permanent fixieren kann.

Manchmal werden auch verschiedene Techniken kombiniert, so dass es eine Vielzahl von Mustermöglichkeiten gibt. Arbeits- und Zeitaufwand für die einzelnen Techniken sind sehr unterschiedlich, etwa vergleichbar mit dem Sticken.

 

Bezahlung und Versand Shibori Info

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